ADHS als Chance begreifen (Nennen wir es das Edison-Gen)

Thom Hartmann, Schmidt-Römhild Verlag, 2004, ISBN 3-7950-0792-5)


Thom Hartman gibt in dem Buch "ADHS als Chance begreifen (Nennen wir es das Edison-Gen)" einen Überblick über die neuesten Forschungsergebnisse in Sachen Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom. So weist er darauf hin, dass etwa 50 % der Kinder bei denen ADHS diagnostiziert wird, die 7R-Allel-Variation des DRD4-Gens aufweisen, aber nur ca. 10 % der Gesamtbevölkerung.

Da diese genetische Besonderheit, die vor ca. 40.000 Jahren auftauchte und Auswirkungen auf die Dopamin-Konzentration im Gehirn hat, mit Kreativität, Abenteuer, Erfindergeist, Begeisterungsfähigkeit und Hochintelligenz im Zusammenhang gebracht wird, bezeichnet sie Hartmann als Edison-Gen.

Träger des Edison-Gens sind die geborenen Forscher, Erfinder, Entdecker und Anführer. Zu ihren negativen Eigenschaften zählen leichte Ablenkbarkeit, nicht lineares Denken, Impulsivität, erhöhte Risikobereitschaft und die Gefahr, schnell gelangweilt zu sein.

Von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung der Edison-Gen-Kinder scheint die Zuwendung und Anerkennung zu sein, die sie als Kinder und Jugendliche erfahren. Von den etwa 1.000 Billionen Synapsen im Gehirn eines dreijährigen Kindes benötigen Erwachsene nur noch ca. 500 Billionen. Die entsprechende Anpassung beginnt bereits im Mutterleib und ist abhängig von der Konzentration des Stresshormons Cortisol bei Mutter und Kind. Je höher die Cortisolmenge im Gehirn eines Kindes ist, desto mehr werden bei diesem Anpassungsprozess Teile des Primaten-Frontalhirns abgebaut. Bei einer geringeren Cortisol-Konzentration betrifft der Abbau mehr das Reptilienhirn.

Von Edison-Gen-Kindern, wird Schule, in der sie zunächst eine wunderbare neue Möglichkeit sahen, etwas zu lernen, häufig als "endloser Stress in einer feindlichen Umgebung" empfunden. Sie werden ohne für sie erkennbaren Grund kritisiert, bestraft und mit quälend langweiligen Arbeiten beschäftigt. Die Folge dieser "nicht artgerechten Haltung" sind ein erhöhtes Risiko des Drogenmissbrauchs, häufiger Partnerwechsel, antisoziales Verhalten, Beziehungsschwierigkeiten und eine breite Palette anderer Vergehen und Probleme, ganz zu schweigen von eventuellen "Neben"-Wirkungen des verabreichten Ritalins und eines erhöhten (Stress verursachenden) Fernsehkonsums.

Notwendig wäre, intensiv über eine Reform unsers Schulwesens nachzudenken. Unsere Gesellschaft sollte erkennen, dass sie nicht nur Individuen braucht, die auf lebenslängliches, willfähriges, fremdbestimmtes, großraumfreundliches Arbeiten konditioniert wurden, sondern auch ggf. "unbequeme" Vor-, Nach- und Querdenker.

Es wird angenommen, dass Bauern und Viehzüchter etwa zehnfach höhere Hektarerträge erzielen, als Jäger und Sammler. Voraussetzung für Ackerbau und Viehzucht ist aber ein einigermaßen mildes Klima. Unser Klima wird weitgehend vom Golfstrom bestimmt. Würde dieser, was nicht auszuschließen ist, infolge des "Treibhaus-Effektes" in den nächsten Jahren/Jahrzehnten seine segensreiche "Dienstleistung" einstellen, wäre schlagartig "Schluss mit Lustig". Die Menschheit stände vor gewaltigen Herausforderungen, bei deren Bewältigung Träger des Edison-Gens nützlich sein könnten.

Rechtsanwalt Helmut P. Krause, Fachanwalt für Arbeitsrecht (www.querdenkernetzwerk.de)

 

 

 

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